Porsche Consulting Workshop

Am 10. April 2019 war Claudia Kaiser von Porsche Consulting zu Gast bei Campus Konzept. Bei einem Workshop zum Thema Persönlichkeitstypologien hatten die Mitglieder die Möglichkeit, mehr über sich selbst zu erfahren, und darüber, wie eine erfolgreiche Teampartnerschaft am besten funktioniert.
Überall wohin wir schauen: Prozesse werden automatischer und gewinnen an Effizienz. Unsere Maschinen sind präzis, unermüdlich und sie sparen Zeit – über ihre gesamte Lebensdauer. Immer mehr Aufgaben können dadurch übernommen werden. Ein Grund, sich Sorgen zu machen? Nicht unbedingt. Aber ein Grund, die neuen Potenziale besser kennen zu lernen: Personalressourcen. Und Persönlichkeiten. Zur Unterscheidung der verschiedenen Persönlichkeitsausprägungen existieren verschiedene Vorgehensweisen. Zu den bekanntesten gehören der MBTI, das Insights-Discovery- und das DISC-Verfahren. Das DISC-Verfahren (auch DiSC oder dt. DISG) unterscheidet nach insgesamt vier Persönlichkeitstypen. Sie können durch die Farben Rot, Gelb, Blau und Grün ausgedrückt werden – oder durch entsprechende Porsche-Modelle. Was die Persönlichkeitstypologien untersuchen: Eigenschaften und damit zusammenhängende Einstellungen und Verhaltensweisen, die nach der Prägungsphase erlernt werden, und die es uns unmöglich machen, eine Sache wertfrei zu beurteilen. Dabei geht es nicht darum, zu definieren, von wem die beste Leistung erbracht wird, sondern wann: Wenn alle Mitglieder in einem Team optimal zusammenarbeiten, entsprechend ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten. Das Ergebnis: Weniger Reibungsverluste und eine gesteigerte Performance.

Will man Caroline etwas Gutes tun, muss man sie vor allen Leuten loben. Roman sieht rot, wenn plötzlich jemand anderes im Team das Sagen hat. Konstantin möchte alle Entscheidungen am liebsten nur auf Basis von Fakten treffen. Und Elisa erwartet eine Entschuldigung, wenn ihre Werte einfach übergangen werden. In den USA findet man den ersten Hinweis darauf oft schon an der Bürotür, in Form eines Farbprofils. Mit einem Blick auf die Verteilung der Farben Rot, Blau, Gelb und Grün kann man schnell herausfinden, welche Verhaltensweisen für den Umgang mit den entsprechenden Kollegen angebracht sind, und welche man besser vermeiden sollte. Grundvoraussetzung dafür ist es, dass man mit den Persönlichkeitskomponenten vertraut ist, die durch die jeweilige Farbe ausgedrückt werden. Mit Claudia Kaiser haben die Mitglieder von Campus Konzept die Eigenschaften der vier Persönlichkeitsausprägungen erarbeitet.

Strahlender Sonnenschein oder zartes grünes Pflänzchen? In der ersten Praxisübung hatte jedes der vier Teams die Aufgabe, Assoziationen zu einer der Farben zu finden. Neben konkreten Bezügen sammelten die Teilnehmer erste Ideen, welche Charaktermerkmale am besten zu jeder Farbe passen könnten, und nur selten war jemand mit einer der zugeordneten Eigenschaften nicht einverstanden. Mit einer Hand voll Karten bekamen die Teilnehmer im Anschluss einen ersten Eindruck von der Zusammensetzung ihrer eigenen Persönlichkeit: Bei dieser Übung zieht jeder vier Karten von jeder Farbe. Auf jeder Karte ist eine Aussage über die eigene Persönlichkeit. Trifft sie zu, behält man die Karte. Wenn nicht, gibt man sie an einen Teilnehmer weiter, zu dem sie besser passt, oder man legt sie weg, wenn kein entsprechendes Teammitglied dabei ist. Am Ende hat man sichtbare Persönlichkeitsprofile und einen besseren Eindruck davon, was von der eigenen Persönlichkeit bei den anderen ankommt. Einige Bestandteile des verkörperten Charakters können auch erlernt sein, beispielsweise vom Umfeld erwünschte Verhaltensweisen. Sich verstellen kann allerdings auf Dauer sehr anstrengend sein und senkt je nach Ausmaß das eigene Leistungspotenzial – bis zum Burnout.

Viele rote Karten deuten dabei auf Personen hin, die gern Entscheidungen treffen und zügig nach vorne kommen wollen, unter Berücksichtigung sachlicher Faktoren. Die sind auch denjenigen mit einer hohen Anzahl blauer Karten wichtig, aber sie nehmen sich nach Möglichkeit die Zeit, um alle wichtigen Punkte genau nachzurechnen – es ist schließlich Vorsicht geboten. Ist die Farbe Gelb bei der Betrachtung der Karten auffällig oft vertreten, spricht alles für einen überzeugenden Optimisten. Grünen Karten werden von allen eingesammelt, die am liebsten das ganze Team mit an Bord holen, für jeden ein offenes Ohr haben und jede Meinung berücksichtigen wollen. Aber durch die Karten kommen nicht nur die Eigenschaften zum Vorschein, von denen das Team profitieren kann. Jede Farbe hat auch ihre Kehrseite – vor allem in stressigen Situationen. Um Turbulenzen vorzubeugen, gibt es je nach Zugehörigkeit unterschiedliche Möglichkeiten.

Neben der Darstellung der Persönlichkeitstypen mit vier Farben werden in einem Modell mit acht Farbabstufungen auch Zwischenformen der vier Grundformen berücksichtigt. Zum Beispiel sind viele visionäre Ideen Eigenschaften aus einer violetten Mischform zwischen Rot und Blau zu verdanken. Allerdings gilt, ob auf der Rennstrecke, in der Beratung oder in einem anderen Unternehmen: Visionäre Ideen sind nicht alles. Allein durch den entscheidungswilligen Macher, die kommunikative Charismabombe, den gewissenhaften Analytiker oder den werteorientierten Teamplayer kommt man nicht ans Ziel. Erfolg ist Teamsache

Vielen Dank an Claudia Kaiser für zahlreiche Einblicke in ein spannendes Thema und für einen tollen Workshop!

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