Porsche Consulting Workshop

Am 21. September 2018 fand ein Workshop von Porsche Consulting zum Thema Lean statt.

Lean mit Straßenlage

Strategisch denken. Pragmatisch handeln. Zahlreiche Kunden aus verschiedensten Branchen setzen auf die Kompetenz der Mitarbeiter von Porsche Consulting. Für die Implementierung der Elektromobilität steht seit fünf Jahren die Zusammenarbeit mit der Porsche AG wieder stärker im Vordergrund. Fokus der Beratungsprojekte ist die Transformation der Vorgänge im Unternehmen, beispielsweise die Digitalisierung bestimmter Prozesse. Die Mitarbeiter haben ihr Büro in Stuttgart, Hamburg, München, Mailand, Sao Paulo, Atlanta, Shanghai oder seit kurzem auch in Berlin und Belmont (Silicon Valley). Dabei gilt: Hands on! Das heißt, es darf Hand angelegt werden, und zwar auf den Wänden im Büro. Die sind voll mit visualisierten Zusammenhängen und Hypothesen und liefern somit volle Transparenz für die Kunden. Auch in Workshops ist ihr Input gefragt: Das, was am Ende herauskommt, haben sie maßgeblich mitgestaltet und können so die Neuerungen optimal umsetzen. Über Berater, die ein Unternehmen bei tiefgreifenden Veränderungen unterstützen, hält sich hartnäckig das Gerücht, sie würden Mitarbeiter wegrationalisieren. Die Kunden von Porsche Consulting befinden sich meist in einer Wachstumsphase: Fällt durch die Umstellungen die Tätigkeit eines Mitarbeiters weg, wird für ihn im Unternehmen ein neuer Arbeitsplatz gesucht.

Ideallinie: Wertschöpfung

Präzision bis zur kleinsten Schraube für ein optimales Fahrgefühl: Porsche fahren ist ein Erlebnis, das die Herzen höher schlagen lässt. Viele träumen davon und manche dieser Träume werden wahr, seit 70 Jahren. Aber es hätte auch anders kommen können: Während der schweren Krise Anfang der 1990er-Jahre rechneten viele Mitarbeiter mit dem Schlimmsten. Um die Lage zu überstehen, „müsste schon ein Wunder geschehen“, wurde ein Porsche Mitarbeiter in der Spiegel-Ausgabe vom 3. März des Jahres 1992 zitiert. Seit seiner Gründung baut Porsche Sportwagen der Spitzenklasse: Hochwertig, das stand auch für die Kunden außer Frage. Trotzdem kam es zu großen Schwierigkeiten, mit denen das Unternehmen nicht allein fertig werden konnte. Denn: Kunden zahlen nur für das Endprodukt. Kosten, die durch die Herstellungsprozesse verursacht wurden, sind Sache des Unternehmens.

Verschwendung vermeiden

Der Weg zurück auf die Gewinnerspur ist Porsche gelungen. Maßgeblich daran beteiligt war ein Projektteam, zu dem auch einige Toyota Mitarbeiter gehörten. „Das ist keine Produktion, das ist ein Lager!“, kommentierte einer von ihnen die Ausgangssituation. Unter Produktion versteht ein Japaner Lean Production – da gibt es nichts anderes. Lean Production bedeutet: Verschwendung soll vermieden, und durch Wertschöpfung ersetzt werden. Nicht ausgenutzte Flächen, unnötiger Transport, Wartezeiten, Reparaturen oder Fehler, zu lange Wegezeiten, Überbestände und Überproduktion sind Verschwendung (MUDA). Stattdessen braucht man das richtige Teil in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Quantität am richtigen Ort (Produktion), oder die richtige Information im richtigen Format zur rechten Zeit in der richtigen Genauigkeit für den richtigen Empfänger (Administration). Dazu gehört auch POKA (Fehler) YOKE (vermeiden): Fehlerquellen und mögliche Missverständnisse haben in einem geforderten Arbeitsvorgang nichts zu suchen. Wie die Benutzung einer Steckdose soll er so gestaltet sein, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als die ursprünglich geplante Anwendung. Alle Lean Prinzipien gehören zum KAI ZEN, dem Weg zum Besseren. Lean ist eine harte Führungsaufgabe mit weitreichenden Konsequenzen. Aber im Gegensatz zu anderen Managemententscheidungen, wie beispielsweise einem Produktrelease, bekommt die Verschlankung der Prozesse meistens keine Aufmerksamkeit, ist aber unverzichtbar für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens.

Lean auf dem Prüfstand

Wie kann ein Herstellungsprozess verschlankt und verbessert werden? Im Praxisbeispiel konnten die Mitglieder von Campus Konzept die gelernten Lean Methoden anwenden. Das Endprodukt: Ineinander gestapelte Kartons, die zusätzlich gefaltet und überprüft wurden. Nach jeder der vier Runden wurde die Fertigung auf das Vorhandensein der sieben MUDA-Arten überprüft. Anschließend wurde eine davon ausgewählt, die im nächsten Durchgang durch eine entsprechende Anpassung der Arbeitsvorgänge wegfallen sollte. Mit Erfolg: So konnte der Output von 17 auf 44 Exemplare gesteigert werden – Lean lohnt sich

Vielen Dank an unseren Alumnus Tobias Helberg und seinen Kollegen Jakob Gassner für einen tollen Workshop und spannende Einblicke in das Thema Lean!

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